Freitag, 14 Juni 2024 11:25

Hartmanntag 14. Juli 2024

Um 10:00 Uhr im Hotel Maritim Stuttgart, anlässlich des 250. Geburtstags vom Professor der Historienmalerei Ferdinand Hartmann.

Donnerstag, 25 April 2024 01:08

August von Hartmann

Johann Georg August von Hartmann wurde am 5. Oktober 1764 als Sohn des herzoglich württembergischen Hof- und Domänenrats Johann Georg Hartmann (1731 bis 1811) und Juliane Friederike geborene Spittler (1736 bis 1799) in Stuttgart geboren. Seine Geschwister waren Henriette Hartmann (1762 bis 1820) verehelichte Consulent Friedrich Christoph Mayer, Kommerzienrat Ludwig von Hartmann (1766 bis 1852) in Heidenheim, Oberamtsarzt Dr. med. Friedrich von Hartmann (1767 bis 1851) in Göppingen, Oberfinanzrat Heinrich Hartmann (1769 bis 1857) in Ludwigsburg, Oberamtsphysikus Dr. med. Wilhelm Hartmann (1770 bis 1823) in Backnang und Professor der Historienmalerei
Ferdinand Hartmann (1774 bis 1842) in Dresden.

August von Hartmann besuchte das Gymnasium in Stuttgart, dann als Stadtschüler seit 1780 die Hohe Karlsschule und studierte seit 1782 in Tübingen Rechtswissenschaft. Dann erlernte er 1784 in Plochingen die Schreiberei, woran er 1785 ein Jahr Studium der Kameralwissenschaft in Heidelberg anschloss. Dabei trat er in nähere Beziehungen zu seinem Lehrer, dem Kameralisten Johann Heinrich Jung-Stilling, ebenso zu dem Dichter Friedrich von Matthison und zu Goethes Schwager, Johann Georg Schlosser. Es folgten eine kurze Praxis der Eisenhüttenkunde in Laucherthal und eine Bildungsreise durch Deutschland, Holland und die Schweiz. Dem vielseitig Vorgebildeten übertrug Herzog Karl Eugen 1788 einen Lehrstuhl an der 1782 errichteten Ökonomischen Fakultät der Hohen Karlsschule, wo er über Hauswirtschaft, ein damals neues Fach, Vorlesungen hielt. Dazu kamen als weitere Lehrfächer 1790 Forst- und Jagdwissenschaft und 1793 Handlungswissenschaft. Als Doctor legens war er zunächst ohne Gehalt, bis er bald außerordentlicher und 1792 ordentlicher Professor wurde, sah sich aber 2 Jahre später bei der Aufhebung der Karlsschule mit einer Pension von 550 Gulden entlassen. Doch im gleichen Jahr noch begann seine Laufbahn in der Staatsverwaltung, 1794 als Rat bei der Rentkammer, 1796 beim Kirchenrat, wo er das Referat über die Kirchenguts-Forsten innehatte und viel im Lande herumkam, auch Anlass fand, mit einem Forstmann aus Kopenhagen eine kurzlebige „Zeitschrift für die Forstwissenschaft“ herauszugeben, zum Teil mit eigenen Beiträgen. Als er anlässlich der Aufhebung der württembergischen Verfassung Ende 1805 unerwartet seiner Ämter zum zweiten mal verlustig ging, berief ihn König Friedrich schon 1806 zum Rat beim Oberlandes-Ökonomiekollegium. 1808 zum Chef der Forstdirektion und bald zum Geheimen Oberfinanzrat und Abteilungschef in der Domänenverwaltung befördert, wurde er 1812 Mitglied des Staatsrats, des späteren Conferenzministeriums. Nach dessen Auflösung durch König Wilhelm verlor er 1816 nochmals seine Ämter, wurde jedoch sogleich in den neugebildeten Geheimen Rat übernommen und 1817 zum Präsidenten der Oberrechnungskammer ernannt. Als solcher kam er in Konflikt mit dem neuen Finanzminister Karl August Freiherr von Malchus und sah sich Ende 1818 zum vierten mal aus seinen Ämtern entlassen. Doch Königin Katharina berief Hartmann zu einem ihren engsten Vertrauten, der ihre Gründungen eines
Wohltätigkeits- und eines landwirtschaftlichen Vereins und einer Töchterschule „Katharinenstift“ von Anfang an tätig eng verbunden war. Im Januar 1819 verstarb diese weitblickende Königin jedoch unerwartet. König Wilhelm, der ihm stets gewogen blieb, übertrug sogleich Hartmann die Leitung dieser Anstalten als Präsident:

 

Stuttgart, den 11. Januar 1819.
Mein lieber Geh. Rath v. Hartmann
Da es eine heilige Pflicht für mich ist, das Andenken meiner höchstseeligen Gemahlin Majestät und Liebden wie in allen Stücken so auch insbesondere durch Erhaltung und sorgfältige Pflege derjenigen Institute, welche Höchstselbe zum Besten meines Volkes gegründet und in ihre mütterliche Aufsicht genommen hat, zu ehren: so finde ich mich bewogen, ihnen für die Zukunft das Präsidium der Centralleitung des Armen- und Landwirtschaftlichen Vereins, sowie die oberste Aufsicht über sämmtliche mit diesen Instituten in Verbindung stehende Anstalten andurch mit dem Anfügen zu übertragen, daß Sie mir wöchentlich zweimal über die in den Sitzungen der Vereine verhandelten Gegenstände Vortrag halten werden. Indem ich sie hiemit von dieser meiner Entschließung in Kenntniß setze, hege ich die Ueberzeugung, daß sie die oberste Leitung dieser Institute in dem Geiste ihrer erhabenen Stifterin und nach den ihnen bekannten Intentionen derselben fortsetzen, und übrigens in deren Uebertragung einen Beweis meines Vertrauens und derjenigen wohlwollenden Gesinnungen finden werden, mit denen Ich verbleibe, Mein lieber Geheimer Rath v. Hartmann, ihr gnädiger König

Wilhelm.

(Quelle: Hartmannsbuch 1913, S. 63)

 

Hier fand Hartmann das Feld für eine ungemein wichtige und seiner Natur gemäße Tätigkeit. Auch um die Gründung und Entwicklung der württembergischen Landessparkasse seit 1818 und die Landwirtschaftliche Hochschule in Hohenheim seit 1817/18, die bis 1847 der Aufsicht des Landwirtschaftlichen Vereins unterstand, erwarb er sich große Verdienste. Die Leitung des Katharinenstifts, bei der er mit Pestalozzi in naher Verbindung stand, legte er 1827 in jüngere Hände. Im gleichen Jahr rief er als Freund der Künste mit J. H. von Dannecker und anderen den Stuttgarter Kunstverein ins Leben. Das Präsidium des Landwirtschaftlichen Vereins, mit dem, wie Friedrich List schon 1816 vorgeschlagen hatte, auch ein Handels- und Gewerbe-Verein verbunden war, legte er 1839 nieder, das Präsidium des Wohltätigkeitsvereins erst 1847.

Nach seiner Heirat 1792 mit Mariette Dannenberger (1766 bis 1832) blieb Hartmann im elterlichen Hause (Hartmannhaus) wohnen. Das Paar hatte vier Töchter:

Emilie Hartmann (1794 bis 1846), verheiratet 1817 mit Hofrat und Gymnasial-Professor Dr. Georg von Reinbeck (1766 bis 1849)

Julie Hartmann (1795 bis 1869)

Mariette Hartmann (1802 bis 1874), verheiratet 1832 mit Textilfabrikant Georg Zoeppritz (1804 bis 1892)

Charlotte Hartmann (1808 bis 1871), verheiratet 1840 mit Kanzleidirektor des Geheimen Rats Karl von Weisser (1796 bis 1873)

In die Tradition dieses Hartmannhauses als geistig-geselligem Mittelpunkt weit über Stuttgart und Württemberg hinaus wuchs er hinein und setzte zusammen mit seiner Frau seit dem Tode des Vaters diese Tradition fort und erweiterte sie, ungeachtet oft drückender wirtschaftlicher Sorgen. Außer den Freunden seines Vaters gehörten länger oder kürzer zum Umgang im Hartmannhaus die Dichter Jean Paul, Geibel, Tieck, Rückert, Lenau, Freiligrath, Justinus Kerner, Wilhelm Hauff, Heinrich Voß, Wolfgang Menzel, Berthold Auerbach, Ludwig Uhland, Graf Alexander von Württemberg, die Staatsmänner von Wangenheim, Karl Kerner und von Vellnagel, der Kupferstecher Duttenhofer, der Musiker Zumsteeg, die Naturwissenschaftler Kielmeyer und Schwerz und viele andere. Vom Fürsten von Fürstenberg zum Pfalzgrafen ernannt, hat Hartmann wiederholt Doktorpromotionen vorgenommen, zumal in Fällen, die ihm die Universität Tübingen wegen entgegenstehender Formalien zuwies.

August von Hartmann starb am 4. April 1849, vor 175 Jahren, in Stuttgart. Er und einige seiner Familienangehörigen wurden auf dem Hoppenlaufriedhof in Stuttgart beigesetzt.

In Stuttgart-Hohenheim ist die August-von-Hartmann-Straße nach ihm benannt.

 

Auszeichnungen:

Ritterkreuz des württembergischen Zivildienstordens 1812

Kronorden 1818 verbunden mit dem persönlichen Adel

Großkreuz des Friedrichsordens 1835

Werke:

Versuch einer geordneten Anleitung zur Hauswirtschaft, Stutgart bei Johann Benedikt Mezler1792. Dieses Buch mit 376 Seiten und Register befindet sich im Hartmann-Familienarchiv.

Doris Eckle-Heinle

 

Quellen:

Hartmannsbuch von 1878, S. 92 bis 103, HB von 1898, S. 25 bis 29, HB von 1913, S. 22 bis 26 und S. 61 bis 63

Paul Gehring: Neue Deutsche Biographie, NDB 7 (1966)

Wikipedia

 

Arthur Wilhelm Hartmann wurde am 1. Januar 1849 als dritter Sohn von Textilfabrikant Paul Hartmann (1812 bis 1884) und seiner Gattin Friederike geborene Troeltsch (1822 bis 1893) in Heidenheim geboren. Er besuchte die Lateinschule (heutiges Hellensteingymnasium), später die Oberrealschule in Stuttgart und dann das dortige Polytechnikum (heutige Universität). Von Herbst 1867 bis zum Ausbruch des Krieges 1870/71 studierte er in Tübingen Medizin. Als Unterarzt nahm er an diesem Krieg teil.
Hier erkannte er den Mangel an geeignetem Verbandsmaterial und ermunterte seinen Vater, sich diesem neuen Textilstoff anzunehmen. Er studierte danach weiter in Freiburg und Leipzig. Dort studierte auch sein Bruder Oskar Hartmann (1851 bis 1900) Chemie und Dr. med. Arthur Hartmann machte dort das Staatsexamen und erhielt die Approbation als Arzt.

In den folgenden Jahren reiste er auch nach Wien, wo er sich dem Studium der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde widmete. 1876 ließ er sich mit einer HNO-Praxis in Berlin nieder.
Durch seine Fähigkeiten und reiches Fachwissen auf seinem Spezialgebiet der Ohrenkrankheiten gründete er eine Poliklinik. An dieser Klinik unterrichtete er Ärzte, die auch aus dem Ausland kamen. 1892 erhielt er den Titel Sanitätsrat und 1898 wurde er zum Geheimen Sanitätsrat ernannt. Er wurde im selben Jahr Mitglied der Berliner Schuldeputation und erwarb sich große Verdienste im Ausbau des Schulärztewesens. Seine Fürsorge galt besonders den schwerhörigen Kindern und förderte eine Schule für schwerhörige Kinder in Berlin. 1902 erhielt er den Titel Professor.

Als Mitglied der Stadtverordnetenversammlung in Berlin von 1903 bis 1905 förderte Professor Dr. Arthur Hartmann die Säuglingsfürsorge. Durch sein Engagement ernannte ihn der Kaiser zum Mitglied des ärztlichen Ehrengerichtshofs von 1905 bis 1911. Von 1906 bis 1911 war er Chefarzt der HNO-Abteilung am Rudolf-Virchow-Krankenhaus.
Außerdem war Dr. Hartmann Gutachter für das preußische Kultusministerium und beteiligte sich am deutschen Ärztetag. Auch erhielt er den Adler-Orden.

Trotz seiner vielen Arbeit fand er noch Zeit, Vorlesungen zu halten und sich wissenschaftlichen Studien samt deren Niederschriften zu widmen. Einige seiner Arbeiten sind:

„Experimentelle Studien über die Function der Eustachischen Röhre“ (Leipzig 1879)

„Taubstummheit und Taubstummenbildung. Nach vorhandenen Quellen, sowie nach eigenen Beobachtungen und Erfahrungen bearbeitet. Mit 19 Tabellen“ (Stuttgart 1880) Die Arbeit wurde in drei Fremdsprachen übersetzt.

„Die Krankheiten des Ohres und deren Behandlung“ (Kassel 1881, 6. Auflage Berlin (1897) wurde ebenfalls in drei Fremdsprachen übersetzt.

„Typen der verschiedenen Formen von Schwerhörigkeit, graphisch dargestellt nach den Resultaten der Hörprüfung mit Stimmgabeln verschiedener Tonhöhe. Nebst einer Tafel für die Hörprüfung“ (Berlin 1886)

„Reform des medic. Unterrichtes. Gesammelte Abhandlungen“ (1894)

„Die Anatomie der Stirnhöhle und der vorderen Siebbeinzellen. Atlas“ (Wiesbaden 1900)

„Lehr- und Lernbuch für Schwerhörige zum Ablesen vom Munde“

Außerdem erschienen von Prof. Dr. med. Arthur Hartmann viele Aufsätze in verschiedenen Zeitschriften. Zusammen mit Knapp, Körner und Urban Pritchard war er Herausgeber der in deutscher und in englischer Sprache erschienenen Zeitschrift für Ohrenheilkunde. Auch  entwickelte er viele medizinische Instrumente zur Behandlung und Diagnostik von Hals-Nasen-Ohrenkrankheiten, die seinen Namen trugen bzw. noch tragen.

1911 verließ der Professor nach 35-jähriger Tätigkeit Berlin und kehrte in seine Heimatstadt Heidenheim zurück. Dort hatte er sich schon ein Sommerhaus erbauen lassen, die Villa Anna (Vorname seiner Frau), wo er mit seiner Familie regelmäßig die Sommerurlaube verbrachte. Nun lebten er und seine Familie ganz in Heidenheim. In seinem Ruhestand widmete er sich der Schaffung einer Uhlandsammlung in Tübingen, da er ein großer Verehrer dieses Dichters war. Er gab auch ein Volksbuch über diesen Dichter heraus.

In Heidenheim übernahm er die Leitung des Verschönerungsvereins, gründete einen Verein gegen den Missbrauch geistiger Getränke und war Mitbegründer eines alkoholfreien Speisehauses. Er war ein großer Verfechter von Naturkost und kreierte des Hartmannbrot. Auch schrieb er das Buch „Rohkost und fleischlose Ernährung“ 1928, das heute wieder hochaktuell ist.

Der Familienverband Hartmann e. V. konnte das Brotrezept des Professors wieder ausfindig machen und auf seiner Internetseite www.familienverband-hartmann.de zum Selberbacken veröffentlichen. Die Kunstmühle Benz in Heidenheim-Aufhausen nimmt den 175. Geburtstag von Professor Dr. med. Arthur Hartmann zum Anlass, eine Backmischung zum „Hartmannbrot“ herzustellen.

Die Arthur-Hartmann-Sprachheilschule in Heidenheim trägt den Namen dieses bedeutenden Professors. Diese Schule kann 2024 ihr 50jähriges Bestehen feiern. Von 1912 bis zu seinem Tode 1931 war Professor Dr. med. Arthur Hartmann Aufsichtsratsvorsitzender der Paul Hartmann AG. Im Krieg 1914 bis 1918 war er zwei Jahre Chefarzt im Reservelazarett Elisabethenberg.

Bereits 1969 veröffentlichte der Heidenheimer HNO-Chefarzt Professor Dr. Thullen in der Zeitschrift für Laryngologie, Rhinologie und Otologie einen Artikel über seinen berühmten Kollegen. Auch in der Heidenheimer Zeitung erschien von Professor Dr. Thullen in dieser Zeit eine ganze Seite über Professor Dr. Arthur Hartmann.

Arthur Hartmann heiratete 1881 in Berlin die Fabrikantentochter Johanna Blankertz (1860 bis 1940) und hatte mit ihr vier Kinder. Ein Sohn starb leider schon im Kleinkindalter.

Zusammen mit seinen Brüdern Paul jun. (1845 bis 1899), Albert (1846 bis 1909) und Dr. Oskar Hartmann (1851 bis 1900) stiftete er 1898 für die neu erbaute Pauluskirche in Heidenheim ein gemaltes Chorfenster.

Hartmanns 80. Geburtstag 1929 war ein großes Fest, bei dem viele Verwandte, Freunde und Honoratioren eingeladen waren. Am 28. August 1931 starb der hochgeachtete und stets gern gesehene und beliebte Professor in Heidenheim.

Doris Eckle-Heinle


Quellen:

Familienverband Hartmann e. V.: Hartmann-Familienarchiv

Hartmannbuch 1953 und Nachkommenliste von Ludwig von Hartmann (1766 – 1852), 2014

Wolf und Christian W. Lübbers: Vom Ohrentrichter zum Reformbrot – ein bemerkenswerter Professor

Die Pauluskirche in Heidenheim 1990

 

Am 21. Oktober 1923 wurde Reinhart Gustaf Edward Lempp als Sohn von Professor Dipl.-Ing. und Architekt Rudolf Erich Lempp (1887 bis 1981) und Hedwig Luise Pauline geborene Hartmann (1887 bis 1967), staatl. gepr. Lehrerin für höhere Schulen, in Esslingen am Neckar geboren. Reinhart Lempp machte das Abitur 1942 in Stuttgart.  

Im Zweiten Weltkrieg wurde er schwer verletzt und verlor einen Arm. Danach war er Kriegsgefangener bis August 1945. Dann konnte er nur mit einem Arm in Tübingen und in Freiburg erfolgreich Medizin studieren mit Staatsexamen und Promotion 1951. Lempp machte Praxisvertretungen und die Pflichtassistentenzeit am pathologischen Institut des Katharinenhospitals in Stuttgart sowie an der inneren Abteilung des Kreiskrankenhauses Ludwigsburg. 

Seine Facharztausbildung machte er ab Juli 1953 an der Universitätsnervenklinik Tübingen unter Professor Dr. Ernst Kretschmer (1888 bis 1964). Seit 1954 war Lempp an der Kinderstation der Klinik tätig. 1957 erhielt er die Facharztanerkennung für Nerven- und Geisteskrankheiten. 1963 erhielt er die Habilitation für Neurologie und Psychiatrie der Universitätsnervenklinik Tübingen.  

Dr. med. Reinhart Lempp baute die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Tübingen auf und wurde 1966 Ärztlicher Direktor der selbständigen wissenschaftlichen Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Klinikum der Universität Tübingen. 1968 wurde er außerplanmäßiger Professor und erhielt 1971 den dazugehörigen neuen Lehrstuhl an der Universität Tübingen. 1972 erhielt er den Zusatztitel in Psychotherapie. 

Besondere Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Tätigkeit waren:

Organische Psychosyndrome

Endogene Psychosen

Frühkindlicher Autismus

Gerichtliche Kinder- und Jugendpsychiatrie mit Modernisierung des Scheidungsrechts für das Kindeswohl

Gemeinschaft aus Sozialwissenschaften und Psychiatrie Zahlreiche Publikationen, Monographien, Buchbeiträge und Lehrbücher. 

Weitere Tätigkeiten:

Von 1967 bis 1974 war Reinhart Lempp Mitglied des Vorstandes der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, von 1974 bis 1976 ihr Vorsitzender. Er war Korrespondierendes Mitglied der schweizerischen und österreichischen Fachgesellschaften  und mehrere Jahre Vizepräsident der Union europienne de paedopsychiatrique. 

Seine Emeritierung war 1989. Bis zu seinem Tod am 20. Februar 2012 führte er eine Privatpraxis in Stuttgart und war als Gutachter tätig. 1997 wurde Reinhart Lempp Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie. 1998 erhielt der em. Professor Dr. med. Reinhart Lempp die Ehrendoktorwürde der pädagogischen Fachhochschule Ludwigsburg. 

Als besondere Ehrung wurde ihm 1995 die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg verliehen.  Professor Dr. med. Dr. Paed. h. c. Reinhart Lempp war nicht nur studierter Psychiater, sondern förderte aus seiner menschlichen Wärme heraus die Entwicklungsmöglichkeiten seiner Schützlinge und hatte Vertrauen in deren Fähigkeiten. Diese Grundhaltung kam in seinen zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten zum Ausdruck. Professor Dr. Dr. Reinhart Lempp orientierte sich an der Sache und hing gegenüber seinen Mitarbeitern nie den Professor heraus. Seine Verwandten nannten ihn voller Hochachtung „Reni“ (Kosename für Reinhart).  

Sein bester Freund Vicco von Bülow (Loriot) drückte mit ihm die Schulbank im Stuttgarter Gymnasium. Loriot skizzierte einige populäre Bücher von Reinhart Lempp, die im Diogenes-Verlag erschienen sind.  

Reinhart Lempp hatte drei Brüder, die alle im zweiten Weltkrieg fielen: Rudolf Hartmann Lempp (1914 bis 1941), Wolfgang Eugen Otto Lempp (1916 bis 1941) und Hans Albrecht Lempp (1919 bis März 1945). Für den jungen Reinhart waren dies und sein Armverlust furchtbare Erlebnisse. 

Dadurch hatte er wohl schon 1979 das Buch verfasst „Extrembelastungen im Kindes- und Jugendalter“, das sich auch mit dem Holocaust beschäftigt. 

Seine ältere Schwester Waltrud (1911 bis 2001) war mit dem Kirchenmusiker Helmut Bornefeld (1906 bis 1990) verheiratet. Das Paar lebte seit 1937 in Heidenheim, wo Helmut Bornefeld Kantor und Organist, Kirchenmusikdirektor, Orgelsachverständiger und Begründer der Heidenheimer Arbeitstage für neue Kirchenmusik war. Die Heidenheimer evangelische Pauluskirchengemeinde hatte den von den Nazis wegen „entarteter Kunst“ diffamierten Musiker Helmut Bornefeld gerne aufgenommen. Auch diese Erlebnisse der Familie seiner Schwester machten den jungen „Reni“ tief betroffen. Die Familie Bornefeld mit fünf Kindern lebte somit in der Heimat des mütterlichen Vorfahren Ludwig von Hartmann (1766 bis 1852), der in Heidenheim Industriepionier, Kommerzienrat und Politiker war. 

Reinhart Lempp heiratete 1950 Anne Margarete (Annegret) geborene Büchner (1926 bis 2018) und hatte mit ihr sechs Kinder. Reni war Mitglied im Familienverband Hartmann e. V. seit der Gründung 2002. Er war bei vielen Mitgliederversammlungen und schon vorher bei Hartmanntagen und -Stammtischen anwesend. Seine Treue, Herzensgüte, Hilfsbereitschaft und sein Humor sind vielen Verwandten und Freunde heute noch in bester Erinnerung. Das Foto zeigt Reinhart Lempp mit Verwandten und seiner Gattin 2002 an der Gründungsversammlung des Familienverbandes Hartmann e.V. in Stuttgart. 

Professor Dr. med. Dr. Paed. h. c. Reinhart Lempp starb am 20. Februar 2012 in Stuttgart und wurde in einem beachtlichen Trauerkreis auf dem dortigen Fangelsbachfriedhof bestattet.  

Der Familienverband Hartmann e. V. gedenkt dieses verständnisvollen und warmherzigen Mitglieds, Verwandten, und großartigen Kinder- und Jugendpsychiaters am 21. Oktober 2023 in seiner Geburtsstadt Esslingen am Neckar.  

Doris Eckle-Heinle 

Quellen: Familienverband Hartmann e. V., Nachkommenliste von Ludwig von Hartmann, Heidenheimer Linie Hartmann bis 2014

Newsletter Uni Tübingen aktuell Nr. 2/2012: Leute

Stuttgarter Zeitung 24. 02. 2012: „Der Kinder- und Jugendpsychiater Reinhart Lempp ist tot, Rat für Kinder und deren Eltern. Der Stuttgarter Psychiater Reinhart Lempp hat einst eine ganze Fachrichtung begründet. Mit seinen Studien entfachte er immer wieder gesellschaftliche Debatten“ von Reinmar du Bois https://de.wikipedia.org/wiki/Reinhart_Lempp    

Mittwoch, 15 Februar 2023 21:11

100. von Brigitte Heinrich

Brigitte Heinrich geborene Hartmann wurde vor 100 Jahren am 23. Februar 1923 geboren.

Sie war die langjährige Landesvorsitzende und Ehrenvorsitzende des LandFrauenverbandes Württemberg-Baden e. V.

Brigitte Gertrud Ingeborg Hartmann (ab 1950 verheiratete Heinrich) wurde am 23. Februar 1923 in Stuttgart-Hedelfingen als Tochter des Regierungsbaumeisters Ernst Ludwig Hartmann und seiner Gattin Gertrud geborene Dietz, eine Kunstgewerblerin, geboren. Brigitte hatte zwei Brüder, Jörg (1917 bis 1939) und Hans (1919 bis 1920). Zu ihrer jüngeren Schwester Gertrud verheiratete Kröner (1924 bis 2018) und deren Familie hatte sie zeitlebens eine sehr gute verwandtschaftliche Verbindung. Wenn sie in Stuttgart war, konnte sie in der Regel im Elternhaus bei ihrer Schwester übernachten.
Nach dem Abitur 1941 musste Brigitte Hartmann, wie damals üblich, zum Reichsarbeitsdienst antreten. Nach einer Lehre in der ländlichen Hauswirtschaft und dem Besuch der Landfrauenschule in Blaubeuren 1948/49 absolvierte sie die Pädagogische Hochschule in Stuttgart mit dem Abschluss „Lehrerin der landwirtschaftlichen Haushaltungskunde“.
Am 18. November 1950 heiratete Brigitte Hartmann in Stuttgart den Landwirt Andreas Heinrich aus Suppingen (1922 bis 2011). Er war ab 1959 zusätzlich zu der schweren Arbeit als Landwirt in der Kommunalpolitik tätig. Natürlich hatte seine Frau dafür großes Verständnis. Dem Ehepaar wurden drei Töchter und zwei Söhne zwischen 1951 und 1960 geboren. Als Bäuerin und Mutter legte Brigitte Heinrich 1957 die Meisterprüfung ab und bildete bis 1975 insgesamt 34 Hauswirtschaftslehrlinge aus. Selbstverständlich wurde sie schon früh Mitglied bei den Landfrauen.
Im Jahre 1967 gründete Brigitte Heinrich zusammen mit Helene Steckhan den BezirksLandFrauenverein Blaubeuren, um dort Weiterbildungsmöglichkeiten für die Frauen zu schaffen. Für ihre Aktivitäten und Ideen bekam Brigitte Heinrich positives Feedback, natürlich auch von ihrer Familie. Sie war als Vorsitzende für diesen Verein 27 Jahre tätig.
Zur Landesvorsitzenden des LandFrauenverbandes Württemberg-Baden wurde Brigitte Heinrich 1979 gewählt. Sie sagte später: "Ich habe damals einen gut organisierten und strukturierten Verband mit wachsenden Mitgliederzahlen und wachsenden Aufgaben angetroffen. Die eigenständige soziale Sicherung der Bäuerin war ein Dauerbrenner während meiner Tätigkeit. Es dauerte mehr als zehn Jahre, bis wir Erfolg hatten. Ich bin glücklich, dass ich die Realisierung unserer Forderungen noch mit gestalten und mit erleben konnte.“
Gleich zu Beginn ihrer Amtszeit wurde der LandFrauenverband als Träger der ländlichen Erwachsenenbildung anerkannt. Brigitte Heinrich führte daraufhin Leitthemen als Schwerpunkte in der Bildungsarbeit ein und stellte ein Jahr später die erste Bildungsreferentin des Verbandes an. Außerdem trieb sie 1984/85 die Gründung des Bildungs- und Sozialwerkes im LandFrauenverband Württemberg-Baden e. V. voran. Während ihrer Amtszeit rief sie die Arbeitsgemeinschaft der drei LandFrauenverbände ins Leben, um auf Landesebene gezielt die gemeinsamen Anliegen der Frauen im ländlichen Raum wahrzunehmen. Als Landesvorsitzende packte sie die politische Interessenvertretung verstärkt an, sowohl im Hinblick auf Gespräche mit Regierung und Parlament als auch durch Stellungnahmen zu aktuellen Themen. Sie intensivierte das sozialpolitische Engagement des Verbandes zur sozialen Sicherung der Bäuerin. Es zählt zu ihren Verdiensten, diese Forderungen hartnäckig vertreten zu haben. „Die eigenständige Rente für Bäuerinnen im Gesetz zu verankern, war eines meiner wichtigsten Ziele“, sagte Brigitte Heinrich später. Bei ihrem Rücktritt als Landesvorsitzende 1991 stand dieses Ziel vor der Realisierung. In ihrer zwölfjährigen Amtszeit verdoppelte sich die Zahl der Mitglieder auf nahezu 50.000.
„Frau Heinrich“, wie sie immer genannt wurde, war bei den Landfrauen sehr beliebt und geachtet. In den Bezirks- und Ortsvereinen freute man sich sehr, wenn sie kam. Besonders gerne kam sie nach Heidenheim an der Brenz, weil dort zwei ihrer besten Freundinnen wohnten. Auch genealogisch hatte sie einen Bezug zu dieser Stadt: Ihr UrUr-Großvater, Kommerzienrat Ludwig von Hartmann (1766 bis 1852), war Landtagsabgeordneter von 1826 bis 1830 und 1818 der Begründer der heutigen Weltfirma Paul Hartmann AG in Heidenheim.
Aus Dankbarkeit für ihre Leistungen, wurde Brigitte Heinrich 1991 zur Ehrenvorsitzenden des LandFrauenverbandes Württemberg-Baden e. V. ernannt. Sie war aber nach ihrer aktiven Zeit nicht untätig. Brigitte Heinrich sammelte bei ihrer Schwiegermutter und vielen anderen Frauen Traditionsrezepte aus Württemberg und erinnerte sich bei abendlichen Gesprächen mit ihrem Mann an seine Kindheit und Jugendzeit. Sie gab diese Rezepte und Erinnerungen beim Verlag „Ulmer“ als Kochbuch heraus mit Farbfotos von Erich Kuch unter dem Titel: „Landfrauen kochen“.
In ihrem Vorwort schreibt Brigitte Heinrich:
„Die Frage nach einer ausgewogenen und vollwertigen Ernährung ist heute in aller Munde, und niemand bestreitet deren Bedeutung für unsere Gesundheit.(.....) Aber wer denkt nicht gelegentlich mit Wehmut oder Ehrfurcht an die alten Zeiten, (.....) und es kann leicht sein, dass im Rahmen der allgemeinen Nostalgiewelle hier Vorstellungen entstehen, die so nicht zutreffen. Deshalb ist dieses Büchlein entstanden, denn auch Rezepte sind ein Kulturgut, das man erhalten sollte. Es ist wichtig, sich zu erinnern und das Wissen um Althergebrachtes vor dem Vergessen zu bewahren. (.....) Manches habe ich in den fünfziger Jahren noch selbst erlebt. (.....) Ich bedanke mich bei allen, die mir bei der Zusammenstellung des Einführungskapitels über Kochen und Essen vor fünfzig Jahren geholfen haben.
Im Frühjahr 1995
Brigitte Heinrich.“
Das Kochbuch erfuhr seither eine optische Modernisierung des Covers in mehreren Auflagen. Mit freundlicher Genehmigung des Verlags Ulmer in Stuttgart ist hier die erste Auflage mit einer Widmung von Brigitte Heinrich zu sehen.
Brigitte und ihr Ehemann Andreas Heinrich konnten ihren Ruhestand auf dem Bauernhof in Suppingen verbringen, der an die nächste Generation übergeben worden war. Dort wurden beide gut versorgt. Bei ihrem 90. Geburtstag war Brigitte Heinrich schon gesundheitlich angeschlagen, so dass dieser Tag ohne größere Feier begangen wurde.
Am 5. Juli 2013 starb Brigitte Heinrich in Laichingen.
In der Pressmitteilung des Landes Baden-Württemberg, Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz vom 19. 07. 2013 ist zu lesen: Minister Alexander Bonde: „Landfrauenverband Württemberg-Baden e. V. verliert mit Ehrenpräsidentin Brigitte Heinrich eine außergewöhnliche Persönlichkeit“
„Der Landfrauenverband Württemberg-Baden e. V. verliert mit seiner Ehrenpräsidentin Brigitte Heinrich eine außergewöhnliche Persönlichkeit, die sich in herausragender Weise für die Belange der Menschen im Ländlichen Raum, insbesondere der Frauen, eingesetzt hat“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Alexander Bonde am Freitag ( 19. Juli) in Stuttgart.
Brigitte Heinrich sei stets eine Vordenkerin gewesen, die gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen und deren Auswirkungen auf die Menschen im Ländlichen Raum frühzeitig erkannte und durch Beispiel gebende Initiativen und Projekte positiv beeinflusste. „Mit ihrer Weitsicht und ihrem großen ehrenamtlichen Engagement hat Brigitte Heinrich entscheidend dazu beigetragen, dass sich der Landfrauenverband Württemberg-Baden e. V. mit seinen über 55.000 Mitgliedern zur größten Frauenorganisation und mit seinem Bildungs- und Sozialwerk zu einem der bedeutendsten Weiterbildungsträger im Ländlichen Raum in Baden-Württemberg entwickelte. Das Land Baden-Württemberg wird Brigitte Heinrich ein ehrendes Andenken bewahren“, sagte Bonde.
Auch der Familienverband Hartmann e. V. möchte Brigitte Heinrich geborene Hartmann auf seiner Internetseite ein gebührendes Denkmal setzen und auf diese Weise ein liebevolles und ehrendes Gedenken an sie bewahren. Sie war mit ihrem Mann Mitglied seit der Gründung des Vereins Familienverband Hartmann und ist wie viele Menschen ihrer Vorfahren eine großartige Persönlichkeit.

Doris Eckle-Heinle
Quellen:
Familienverband Hartmann e. V.,
Hartmann-Familienarchiv
LandFrauenverband Württemberg-Baden e. V.
eigene Erlebnisse als Landfrau und Verwandte

 

 

Donnerstag, 24 Februar 2022 01:58

Mitgliederversammlung 2022

Nächste Mitgliederversammlung mit Neuwahlen ist am Freitag, 15.07.2022 in einem Raum der Paul Hartmann AG, 89522 Heidenheim, Paul-Hartmann-Str. 12 Ein Rahmenprogramm am Abend ist vorgesehen. Weitere Infos dazu kommen im Jahresbrief.

Mittwoch, 05 Januar 2022 01:52

Vor 250 Jahren geboren:

Immanuel Israel Hartmann (ab 1838 von Hartmann) , geboren am 5. Januar 1772 in Ludwigsburg, gest. 26. Sept. 1849 in Reutlingen, war das jüngste von 10 Kindern seiner Eltern Israel Hartmann (1725 bis 1806), langjähriger Waisenhauslehrer in Ludwigsburg und Agnes Rosine geborene Burk (1727 bis 1795). Er besuchte die Klosterschule in Denkendorf und studierte von 1789 bis 1794 Rechtswissenschaften an der Hohen Karlsschule in Stuttgart. Ein Stipendium des Herzogs von Kurland ermöglichte ihm ein weiteres Studium, so dass er 1795 das Kanzleiexamen machen konnte.

Danach erhielt er eine Anstellung als Regierungssekretär in Stuttgart, 1802 bei der Oberlandesregierungskommission, 1803 in Ellwangen als Oberlandesregierungssekretär, später in Stuttgart, 1806 wurde er Oberamtmann in Schwäbisch Gmünd, 1809 in Stockach, 1810 in Ellwangen, 1815 in Rottweil. 1811 wurde ihm der Titel Regierungsrat verliehen. 1817 wurde er Regierungsrat bei der Regierung des Schwarzwaldkreises in Reutlingen. 1838 erhielt er mit dem Ritterkreuz des Ordens der Württembergischen Krone den persönlichen Adel.1841 trat er in den Ruhestand und wurde zum Ehrenmitglied des Kollegiums der Regierung des Schwarzwaldkreises ernannt. Er heiratete am 5. Mai 1803 in Stuttgart Rosina Friederike Dobel (*1774). Das Paar hatte 5 Kinder.

Immanuel Israel von Hartmann starb am 26. September 1849 in Reutlingen.

Quelle: Hartmann-Familienarchiv, Südwestdeutsche Blätter für Familien- und Wappenkunde Bd. 38 2020, Seite 244, Wikipedia

Gottfried Wilhelm Hartmann wurde am 1. September 1770 in Stuttgart geboren, als Sohn des Hof- und Domänenrats Johann Georg Hartmann und seiner Gattin Juliane Friederike geborene Spittler. Er ist der Bruder

  • des Heidenheimer Industriepioniers Kommerzienrat Ludwig von Hartmann (1766 – 1852),
  • des Göppinger Ehrenbürgers und Oberamtsarztes Dr. med. Friedrich von Hartmann (1767 – 1851),
  • des Hofrates, Präsidenten der Oberrechnungskammer, sowie der Wohltätigkeits- und landwirtschaftlichen Anstalten in Stuttgart, August von Hartmann (1764 - 1849),
  • des Ludwigsburger Oberfinanzrates und kaiserlichen Notarius Heinrich Hartmann (1769 - 1857) und des Professors für Historienmalerei Ferdinand Hartmann (1774 - 1842) in Dresden.

Im Mai 1786 wurde Hartmann in der Karlsakademie als Stadtstudierender aufgenommen. Ursprünglich wollte Hartmann Theologie studieren, wandte sich dann aber dem Medizinstudium zu, das er in der lombardischen Universität in Pavia abschloss. Der junge Mann interessierte sich für die Pflanzen- und Insektenkunde. Außerdem war Hartmann eifriges Mitglied des naturwissenschaftlichen Vereins. An der hohen Carlsschule erwarb sich Hartmann im Februar 1794 die Doktorwürde durch eine Dissertation über den Artenunterschied zwischen Erle und Birke. Von Botanikern wurde diese Arbeit sehr geschätzt. Im Juli 1794 ernannte ihn die Jenaer Naturforschende Gesellschaft zum Ehrenmitglied.

Im selben Jahr ließ sich Dr. Hartmann als praktischer Arzt in Heidenheim nieder, wo er den Präzeptor Landerer kennen lernte. Mit ihm wurde Hartmann später verschwägert. 1795 siedelte der Arzt nach Backnang über und wurde bald zum Oberamtsphysikus gewählt. Über ihn schrieb Justinus Kerner, dass  Hartmann „ein ungemein liebenswürdiger Mann und ganz vortrefflicher Arzt“ sei.

1797 wurde er ans Krankenbett  des verwitweten Kloster-Oberamtmannes Landerer in Lichtenstern gerufen. Dort verliebte er sich in Auguste, eines der 11 Töchter seines Patienten. 1799 heiratete er Auguste Friederike Landerer in Backnang. Dem Paar wurden 12 Kinder geschenkt, wovon nur vier Kinder das Erwachsenenalter erreichten, darunter  Dr. theol. h. c. Julius Hartmann (1806 - 1879), Dekan in Aalen, (schrieb u. a. Geschichte von Württemberg) und Dr. med. Gustav Hartmann (1809 - 1883), Oberamtsarzt in Aalen.

Die waldreiche Gegend um Backnang mit vielen Hausbesuchen zu seinen Patienten und seine rege weiteren naturwissenschaftlichen Studien liebte der Arzt Dr. Gottfried Wilhelm Hartmann sehr, doch für seine eigene Gesundheit war dies alles etwas stressig. So setzte sich der beliebte und kompetente Arzt im Frühjahr 1923 zur Ruhe und starb leider schon am 8. November 1823 im 54. Lebensjahr.

Quellen: Hartmannsbücher 1898, 1913

Im Hartmann-Familienarchiv ist nur dieses Bild mit seinen Eltern erhalten, gemalt 1772 und ein Scherenschnitt.

Familie Johann Georg Hartmann

Doris Eckle-Heinle

Dienstag, 26 Mai 2020 22:17

Mitgliederversammlung verschoben

Lieder müssen wir aufgrund der aktuellen Einschränkungen durch Covid-19 unsere für den Juni geplante Mitgliederversammlung auf den 19. September verschieben.

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